Christin im größten muslimischen Land – Ana Maria (Kalikuning / Indonesien)

Wie die Zeit verfliegt! Zwei Monate in Indonesien liegen schon hinter uns. Seit einer Woche genießen wir bereits unseren kurzen Zwischenstop in der Schweiz. Wir merken, wie sehr wir die Zeit mit Freunden & Familie schätzen. Ich merke wie dankbar ich für die Menschen in meinen Leben bin. Selbst wenn es nur ein paar Wochen waren, gibt es mir die Chance bewusst zu merken, dass so gute Beziehungen nicht selbstverständlich sind.

Im Moment bin ich sowieso in einer komischen Stimmung zwischen

  • das Meiste aus diesem Stop in der Schweiz und Österreich herauszuholen,
  • vorbereiten auf die weitere Reise und das Leben im Campervan und natürlich
  • dankbar sein für die tollen, bunten Momente in Indonesien.

 

Vor allem die inspirierenden Begegnungen schwirren mir noch im Kopf herum. So wie die Begegnung mit der 66-jährigen Ana Maria. Sie und ihr Mann haben ein wunderschönes, kleines Homestay in der Nähe des Dieng Plateaus. Bei unserer Ankunft hat es in Strömen geregnet und wir waren mehr als durchnässt – eine letzte trockene Stelle an uns konnten wir vergeblich suchen…

Ana Maria und ihr Mann haben uns jedoch sofort mit so viel Warmherzigkeit und selbstverständlicher Nähe empfangen, dass es sich wie Nachhause kommen angefühlt hat. Und das, obwohl wir keine gemeinsame Sprache gesprochen haben. Unglaublich wie sehr man sich Zuhause fühlen kann, selbst wenn „normale“ Kommunikation kaum möglich ist und man aus ganz unterschiedlichen Kulturen kommt.

(Dank Whatsapp konnte ich meine Fragen an ihre Tochter Theresia schicken und so etwas von ihrem Leben erfahren.)

 

Du hast den Großteil deines Lebens in Jakarta verbracht. Wie sah dein Leben dort aus?

Das Leben in dieser Großstadt ist sehr hektisch. Jeder ist im Stress, um das große Geld zu verdienen. Damit ich meine Balance halte, war ich sehr aktiv in der Kirche. Da ich ausgebildete Krankenschwester bin, habe ich zum Beispiel an Charity Health Days geholfen.

 

Warum haben sich dein Mann und du entschieden nach Kalikuning zu ziehen? Ihr seid beide nicht aus diesem Ort und er ist fast 9 Stunden Autofahrt von Jakarta entfernt und abseits von allem.

Meine Tochter (ich habe 2 Söhne und 1 Tochter) ist zu ihrem Mann in die Nähe von Kalikuning gezogen. Da das Leben in Jakarta nicht nur laut und hektisch ist, sondern vor allem die Luft so schlecht ist, haben wir das als Chance gesehen, mitzugehen. Da wir eigentlich schon in Pension sind, hatten wir diese Flexibilität.

Mein Sohn ist Architekt und so kam die Idee, ein schönes, ruhiges Homestay zu bauen. So können wir die gute Luft und viele Natur genießen, haben Kontakt zu Gästen und trotzdem auch viel Ruhe.

 

Wie sieht dein Leben jetzt aus?

Ich bin so dankbar hier zu sein. Mein Leben ist jetzt viel ruhiger und friedlich. Es dreht sich nicht mehr alles um Zeit und Geld, wie es in Jakarta der Fall war. Gleichzeitig habe ich das Glück, immer wieder neue Menschen zu treffen, es wird nie langweilig.

 

Du und deine Familie seid Christen (9%). Wie ist das Leben für euch in einem Land mit 88% muslimischen Anteil?

Grundsätzlich fühlen wir uns sehr wohl. Wir Menschen sind alle gleich, egal an welchen Gott wir glauben. In Kalikuning gibt es keine Christen, daher waren wir erst eher vorsichtig und dezent mit diesem Thema. Aber die Leute haben uns sehr gut aufgenommen und wir fühlen uns akzeptiert.

Auch früher war es teilweise schwierig, zum Beispiel als wir eine Kirche in den 70iger Jahren bauen wollten, gab es viel Widerstand.

Da der Islam aber keine Staatsreligion ist, erfahren wir zum Glück gute Unterstützung von der Regierung.

 

Was wünscht du dir für die Zukunft?

Weiterhin das Leben hier in der Natur zu genießen und viele Gäste begrüßen zu dürfen. Ich wünsche mir, dass es meinen Kinder gut geht und sie ein glückliches

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