Elektroingenierin mit DIY-Nebenerwerb – Nidaa (Wonosobo, Indonesien)

Zur Abwechslung begrüßt uns mal strömender Regen bei unserer Ankunft am Busbahnhof in Wonosobo. Nach ein paar Tagen in Yogyakarta mit Kultur (Bodobudur & Tempel aus dem 7.-9. Jhd) und ausgezeichneten Essen (oh mein Gott – so herrlich!!!) zieht es uns wieder raus aus dem Touristenzentrum und rein ins Landesinnere. Schon während der 4 Stunden Busfahrt sind wir die einzigen Touristen und natürlich am Busbahnhof auch. Die lokalen Busfahrer gewinne ich gleich mit meinen wenigen Bahasa Wörtern – am besten rede ich immer über das Essen 😉 – für uns. Sie helfen uns auch in welches Angkot (kleine lokale Busse) wir müssen, um Richtung Kalikuning zu kommen. Spannend ist, dass die Hälfte der Leute vor Ort nicht mal eine Ahnung hat wo Kalikuning ist. Naja, mal wieder no risk, no fun. Vielleicht kommen wir ja an.

Da wir echte Glückspilze sind, sitzt in diesem Angkot wahrscheinlich die junge Frau von Wonosobo, die am besten Englisch kann. In sicherem, flüssigen Englisch fragt sie, wohin wir wollen. Wie wir schnell rausfinden – sie diskutiert gleich mal 10 Minuten mit allen rundum in Angkot – hätten wir ohne sie wohl nie den Weg gefunden. Während der fast einstündigen Fahrt bleibt auch noch Zeit, Nidaa, diese hilfsbereite Frau 22-jährige Frau kennenzulernen.

 

Wie sieht dein Leben hier aus?

Seit letzten November lebe ich in Wonosobo. Davor habe ich in Semarang (ca. xx km entfernt) Electrical Engineering studiert. Da meine Familie hier in der Gegend lebt, bin ich zurückgekommen und lebe mit ihnen zusammen.

 

Wo arbeitest du und wie gefällt es dir?

Ich arbeite in einer Bank als Marketing Officier. Meine Aufgabe ist es kleine Kredite zu vergeben. Oft ist es schwierig passende Leute dafür zu finden und ich muss mit zig Leute in Kontakt treten, was meinen Job nicht einfach macht. Ich bin zufrieden, dass ich diese Arbeit habe. Meine große Leidenschaft ist es jedoch nicht.

 

Was ist deine Leidenschaft? Was machst du in deiner Freizeit?

Ich liebe es selber Sachen zu kreieren und gestalten. DIY Ideen machen mir richtig Spaß. Diese Leidenschaft habe ich jetzt sogar zu einem kleinen Nebenerwerb gemacht. Für Geburtstage, Verlobungs- oder Jahrestagfeiern biete ich Dekoration an.

Ansonsten höre ich gerne Musik und schaue Filme.

 

Was bedeutet dir Indonesien?

Indonesien fließt in meinen Adern. Ich bin hier geboren, meine Familie wurde schon hier geboren – ich könnte nicht ohne dieses Land leben. Indonesien ist zwar noch ein Entwicklungsland, aber ich bin überzeugt, dass wir Schritt für Schritt zu einer besseren Zukunft beitragen. Die Menschen hier sind nämlich sehr fürsorglich und zeigen viel Liebe für einander und das Land.

Natürlich bin ich auch stolz auf unser tolles Essen. Ich liebe die Wolken, die Berge und die Natur hier in Wonosobo.

 

Welche Rolle spielt der Islam in deinem Leben?

Ja, ich bin Muslimin und sehr stolz darauf. Ich danke Allah, dass ich als Muslimin geboren wurde. Wir Menschen sind alle gleich und haben nur verschiedene Bilder von Gott. Allah subhanahu wata’ala wurde nicht geboren und gebar nicht.

Islam hat mir gelernt, nicht abhängig von unserer Welt zu sein, denn nach diesem Leben kommt das wahre Leben in Akhirat. Daher habe ich gelernt geduldig, ruhig, bescheiden, hilfsbereit zu sein, denn alles Gute, was ich in dieser Welt mache, wird sich in Akhirat widerspiegeln. Denn alles was wir jetzt tun, ob Gutes oder Böses, wird in Akhirat abgewogen.

Islam ist keine Terror-Religion. Es macht mich so traurig, wie momentan der Islam in der Welt wahrgenommen wird und was alles im Namen des Islams passiert. Mich hat meine Religion gelernt, andere nicht zu diskriminieren und friedlich zu leben.

 

Was wünscht du dir für die Zukunft?

Ich wünsche mir vor allem, dass sich die Menschen nicht vor dem Islam fürchten und sie als etwas Böses sehen.

Mein persönlicher Traum wäre zu reisen. Leider ist es für mich sehr teuer und schwierig, in andere Länder zu reisen. Ich würde es so spannend finden andere Kulturen, Landschaften, Ort zu entdecken. Aber ich bin glücklich, dass ich einige Menschen vom Ausland kennenlernen durfte und ein paar Freunde gewonnen habe.

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