Montessori Mom & zukünftige Doktorandin – Allevia (Jakarta, Indonesien)

Neue Gerüche, viel Menschen, Hitze, die jeden Schritt zur Herausforderung macht. Obwohl ich schon viel gereist bin und einige Male in Südostasien war, bin ich im ersten Moment wieder überfordert. Klappt die Einreise? Wird der Bankomat Geld ausspucken? Wird alles wie erhofft funktionieren?

Da taucht aus der Menge ein vertrautes Gesicht auf. Schon fühle ich mich Zuhause.

Allevia und ich haben vor 7 Jahren in Manila ein Sozialprojekt unterstützt und heute sehen wir uns das erste Mal wieder. Schön, wie sich solche Reisefreundschaften über lange Zeit und Distanz aufrecht bleiben.

Sie lacht und ihr kleiner Sohn am Arm lachen uns an und es gibt eine herzliche Umarmung.

Indonesien wird unser neues Zuhause sein für die nächsten 8 Wochen. Und wir haben das Glück Teil einer Familie zu sein.

Wie sieht dein Leben in Indonesien aus?

Ich wohne am Rande von Jakarta mit meinem Mann Pinto und meinem fast 2-jährigen Sohn Azkan. Zur Zeit bin ich Zuhause, um mich um Azkan zu kümmern. Eigentlich habe ich Accounting studiert und auch schon gearbeitet. Da unsere Familien jedoch auf Sumatra leben und ich mit den ganztägigen Betreuungseinrichtungen nicht zufrieden bin, habe ich mich entschieden, erstmals meine Karriere zurückzustecken, damit Azkan gut aufwächst.

Unser Tagesablauf beinhaltet gemeinsames Spielen drinnen oder draußen in der Nachbarschaft, Mittagsschlaf und Alltägliches erledigen.

Zweimal die Woche geht Azkan in Jakarta (ca. 1,5-2h Autofahrt pro Richtung) in einen Montessori Kindergarten.

Wie bist du auf Montessori gestoßen?

Bevor Azkan in diesen Kindergarten ging, waren wir schon gemeinsam in einer Art Spielgruppe. Der Leiter war ein Psychologe und er hat mir davon erzählt. Ich habe einiges nachgefragt und nachgelesen und für mich festgestellt, dass es das Richtige für Azkan ist.

Leider ist es noch nicht sehr in Indonesien verbreitet. Es gibt schon ein paar Kindergärten, aber noch kaum eine Schule, die es anwendet.

Was gefällt dir an Montessori?

Ich merke, wie Azkan Spaß daran hat. Er selber kann sich aussuchen mit was er sich beschäftigen möchte. In den meisten Kindergärten und Schulen gibt es Frontalunterricht bzw. wird von der Aufsichtsperson bestimmt, was gemacht wird. Azkan kann im Montessori Kindergarten viel unbeschwerter Dinge lernen. Zahlen zum Beispiel werden nicht als abstrakte Worte gelehrt, sondern in Form eines Spiels und gleich in Verbindung mit der Menge dazu.

Wie hat das dein Leben verändert?

Zuhause versuche ich ebenfalls die Lernspiele anzuwenden, die Azkan im Kindergarten lernt. Ich habe zum Beispiel Sternen aus Karton ausgeschnitten und bemalt und diese auf einer Schnur aufgehängt. So war Azkan spielerisch motiviert springen zu üben. Es macht mich glücklich, wenn ich weiß, er hat Freude daran Neues zu entdecken und wird nicht dazu gedrängt.

Was ist dir in deinem Leben wichtig?

In erste Linie natürlich meine Familie. Pinto und ich kennen uns bereits seit rund 8 Jahren und haben vor 3 Jahren geheiratet. Damals habe ich auch schon länger überlegt, ob wir bereits eine Familie gründen sollen. Eigentlich wollte ich noch weiter studieren und ein Doktorrat beginnen. Als jedoch meine Mutter schwer krank geworden ist, war das schlussendlich der Anstoß. Ich habe mir gewünscht, dass meine Mutter noch ihr erstes Enkelkind kennenlernt.

Was wünscht du dir für die Zukunft?

Meinen Traum vom Doktorrat in Europa verfolge ich noch immer. Zum Glück gibt es von der indonesischen Regierung ein Stipendium dafür. Meine Herausforderung ist jetzt mich wieder einzulesen und mich bei einem Professor/einer Universität zu bewerben.

Mein größter Wunsch wäre, dass Pinto, Azkan und ich in einem Jahr nach UK gehen können und ich dort mein Doktorrat beginnen kann. Mein Mann Pinto unterstützt mich in diesem Vorhaben und ich werde viel dafür tun, dass es klappt!

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