Lehrerin aus Leidenschaft auf den Weg nach Madagaskar – Claudine (Basel, Schweiz)

Jeder, der mich gerade sieht würde wahrscheinlich glauben, dass die Schweißperlen auf meinem Gesicht von der Sonne kommen. Sitze ich doch bei traumhaftem Wetter im Freien hoch oben über Basel. Da kann man eigentlich nur entspannt sein. Ich will nicht sagen, dass das Gegenteil der Fall ist, aber ich fühle mich wie ein kleines Kind, das nicht stillsitzen kann. Steht doch unsere Abreise unmittelbar bevor.

Darum bin ich froh, dass mich ein ruhiges Lächeln anstrahlt. Claudine kenne ich bereits seit rund 5 Jahren, fast seit meinen Anfängen hier in Basel. Sie eine junge Schweizerin, die sich nie von ihrem Traum abbringen ließ, die Welt (zumindest im Kleinen) zu verändern. Davon handelt auch ihre Geschichte.

Wie sieht dein Leben in der Schweiz aus?

Seit fast 2 Jahren bin ich glücklich verheiratet und wohne mit meinem Mann Nicolas in Basel. Ich arbeite als Lehrerin und bin dankbar, diesen Beruf für mich entdeckt zu haben. Es ist meine Leidenschaft, Kindern etwas beizubringen. Vor allem sie dabei zu unterstützen, Vertrauen in sich selber und in andere zu finden.

Wie versuchst du deinen Traum, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen, umzusetzen?

Es fängt schon damit an, wie man im Alltag Leuten begegnet und welche Werte man lebt. Speziell in meinen Beruf darf ich mich jeden Tag damit auseinandersetzen. Die Routine und täglichen Sorgen lassen es oft zur Herausforderung werden. So ist auch der Wunsch für unser bevorstehendes Abenteuer entstanden.

Wie sieht dieses Abenteuer aus?

Nicolas und ich werden für ca. 8 Monate in Fort Dauphin, Madagaskar, leben, um Teil einer kleinen Sozialorganisation zu sein. Sie unterstützt unter anderem bereits eine Schule und ein Waisenhaus.

So kann ich meine Erfahrungen und Leidenschaften – das Unterrichten von Kindern und die Musik – einsetzen.

Nicolas wird seinen Traum von einem Surfprojekt für Kinder und Jugendliche umsetzen. Er weiß, wie sehr es einen stärken kann, wenn man in den Wellen über sich hinauswächst. Das soll den Jugendlichen Spaß bereiten und ihnen mehr Selbstbewusstsein geben.

Was ist die Motivation für dieses Abenteuer?

Auf der einen Seite liebe ich die Sicherheit und Zuverlässigkeit, die die Schweiz bietet. Jedoch auf der anderen Seite gibt es da gleichzeitig diesen Wunsch, daraus auszubrechen und dem hektischen Leben zu entfliehen. Wir möchten unseren Leidenschaften nachgehen und uns in einem tollen Projekt engagieren und dabei andere Menschen unterstützen.

Wenn man das Bekannte verlässt, kann man Neues lernen und den Horizont erweitern. In diesen Herausforderungen und den Schritten ins Unbekannte erlebe ich meinen Glauben an Gott als große Bereicherung und Sicherheit.

Wieso Madagaskar?

Für uns war klar, dass wir an einem Ort wirklich ankommen und in die Kultur eintauchen wollen. Wir haben lange nach einem Projekt gesucht, in das wir gut hineinpassen, und sind dadurch darauf gestoßen.

Außerdem ist mein Herz schon immer irgendwie mit Afrika verbunden. Bereits vor rund 10 Jahren war ich Teil eines Projekts in Malawi. Ich fand es unglaublich beeindruckend, wie direkt man das Leben dort spüren kann. Weinen und Lachen liegen so nahe zusammen, es ist pur und in jedem Moment zum Greifen nahe.

Gibt es ein Ziel für dieses Abenteuer?

In erster Linie wollen wir nichts zerstören, sprich wir wollen nicht in ihre Kultur eingreifen. Wir wünschen uns, dass wir die Menschen, mit denen wir leben werden und die Hilfsorganisation unterstützen können. Es wäre schön, wenn wir ein kleines Stück dazu beitragen dürfen, dass sich die Lebensumstände dieser Menschen verbessern.

Was willst du den Mädchen und jungen Frauen mitgeben?

In dem Projekt in Malawi habe ich erlebt, dass die Mädchen und Frauen oft in den Hintergrund gerückt werden. Damals habe ich eine Bastelgruppe nur für Mädchen gegründet, damit es etwas gibt, wo sie im Mittelpunkt stehen dürfen.

Ich wünsche, dass ich eine Beziehung zu den Mädchen aufbauen kann und ihnen so vermitteln kann, dass sie wichtig und wertvoll sind. Es wäre schön, wenn sie herausfinden, wer sie sind und selbstbewusst ihren eigenen Weg gehen können.

Wie kann man euch bei eurem Projekt unterstützen?

Bis Ende April suchen wir nach Surfbrettern, -material und Badebekleidung. Wir werden eine Solaranlage bauen und diverses Unterrichtsmaterial anschaffen. Daher freuen wir uns über jegliche Spenden, die wir zu 100% vor Ort einsetzen. Wer uns unterstützen möchte, geht am besten auf unsere Website – www.glaserformadagascar.com.

Foto: Claudine G.

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